Aus dem Arbeitsalltag
«Ich treffe Entscheidungen mit mehr Ruhe und Überzeugung.»
Wie lange arbeiten Sie bereits in der Pflege? In welchen Funktionen? Warum haben Sie diesen Beruf gewählt?
Seit zweieinhalb Jahren arbeite ich im Alters- und Pflegezentrum Sunnematte in Escholzmatt. Das Heim liegt zentral im Dorf und verfügt über 90 Zimmer, welche auf vier Wohngruppen aufgeteilt sind. Zur Sunnematte gehören zudem Alterswohnungen sowie eine eigene Spitex, wodurch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit gefördert wird. Eine möglichst hohe Lebensqualität der Bewohnenden sowie eine familiäre Atmosphäre zählen zu den zentralen Leitbildpunkten. Die Sunnematte zeichnet sich ausserdem durch ihre Innovationsfreude und ihr Interesse an kontinuierlich verbesserten Arbeitsabläufen aus.
In meiner Funktion als stellvertretende Wohngruppenleitung übernehme ich unter anderem Aufgaben wie die Monats- und Jahresplanung, das Leiten von Sitzungen sowie die Unterstützung der Leitung bei der Umsetzung des Pflegeprozesses. Zusätzlich betreue ich zwei Lernende als Berufsbildnerin (SVEB 1), bin Mitglied der Thementrägergruppe Bedarfsklärungs- und Abrechnungssystem (BESA) und arbeite weiterhin aktiv als Fachfrau Gesundheit im Pflegealltag.
Ich schätze die Abwechslung und die Herausforderungen meines Berufs sehr. Die Pflege und Betreuung älterer Menschen liegt mir seit jeher am Herzen. Mit grossem Engagement und viel Herzblut gehe ich meiner Arbeit nach und schätze die Zusammenarbeit sowohl mit den Bewohnenden als auch mit meinen Teamkolleginnen und -kollegen sehr.
Welche Weiterbildung absolvieren Sie derzeit?
Im Jahr 2024 habe ich mich dazu entschieden, den Lehrgang Langzeitpflege und -betreuung zu absolvieren.
Titel: Lehrgang Langzeitpflege und -betreuung (Modularer Lehrgang)
Fachgebiet: Vorbereitung auf eidg. Berufsprüfung Langzeitpflege
Institution: ARTISET Bildung
Dauer: 40 Tage, berufsbegleitend
Was hat Sie dazu motiviert, diese Weiterbildung zu beginnen?
Für mich war schon immer klar, dass ich im Langzeitpflegebereich arbeiten möchte. Deshalb suchte ich gezielt nach einer geeigneten Aus- oder Weiterbildung, die mich in diesem Bereich fachlich weiterbringt. Der Lehrgang entsprach vollumfänglich meinen Vorstellungen. Durch eine Kollegin wurde ich auf die ARTISET aufmerksam. Nach eigener Recherche stellte ich schnell fest, dass eine grosse Sympathie bestand. Das erste Kennenlerngespräch bestätigte dieses positive Gefühl.
Welche Bedenken hatten Sie vor Beginn?
Besondere Bedenken hatte ich keine. Ich bin eine Person, die positiv denkt und sich gut auf neue Situationen einlassen kann.
Welche Erwartungen haben Sie an diese Weiterbildung?
Meine Erwartungen an die Weiterbildung lagen vor allem im Lernzuwachs. Ich wollte praxisnahe Tipps und Tricks kennenlernen sowie meine theoretischen Kenntnisse weiter vertiefen.
Wie organisieren Sie Ihren Alltag?
Zu Beginn der Ausbildung wurde mir bewusst, dass das 100%-Pensum in der Sunnematte in Kombination mit der Schule ein hohes Mass an Disziplin erforderte. Es brauchte klare Ziele. Gleichzeitig war mir auch meine Freizeit ein wichtiges Anliegen. Ich plante meine Aufgaben sorgfältig und wusste stets, bis wann diese zu erledigen waren.
Was sind die bereicherndsten Aspekte der Weiterbildung?
Während der Ausbildung durfte ich viele neue Arbeitskolleginnen kennenlernen und wertvolle Freundschaften schliessen. Der Austausch mit ihnen sowie mit den Dozentinnen und Dozenten war für meine Praxis sehr bereichernd. Besonders spannend empfand ich die praxisnahen Erfahrungen der Dozierenden, wodurch ich zahlreiche neue Methoden in meinem Berufsalltag anwenden konnte. Reale Situationen, die von den Dozierenden geschildert wurden, regten mich immer wieder zum Nachdenken und zur Reflexion an. Dabei wurde mir bewusst, dass die Welt nicht immer fair ist und nicht alles nach Plan verläuft. Es gibt Umwege, die für Betroffene sehr herausfordernd sein können. Psychischen Erkrankungen begegne ich deshalb stets mit grossem Respekt und Verständnis.
Ein Hindernis, dem Sie begegnet sind, und wie Sie es überwunden haben.
Die grösste Herausforderung stellte für mich die Terminplanung der verschiedenen Kompetenznachweise dar. Zusätzlich war der anspruchsvolle Arbeitsalltag stets präsent. Eine ausgewogene Work-Life-Balance zu finden, erwies sich als herausfordernd. Rückblickend bin ich jedoch sehr dankbar für diese wertvollen Erfahrungen.
Wie hat die Weiterbildung Ihre Arbeitsweise oder Ihre Sicht auf den Beruf verändert?
Durch die Weiterbildung durfte ich mein Fachwissen nicht nur vertiefen, sondern auch meine Haltung zur Pflege weiterentwickeln. Ich habe gelernt, verschiedene Methoden bewusst einzusetzen und erkannt, dass es oft mehrere Wege gibt, um ein Ziel zu erreichen. Diese Erkenntnis hat mich offener, flexibler und sicherer in meinem Handeln gemacht. Meine Arbeitsweise ist strukturierter und achtsamer geworden, und ich nehme mir heute bewusst mehr Zeit, Situationen zu reflektieren und aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Pflegeprozesse verstehe ich inzwischen ganzheitlicher, und ich erkenne Zusammenhänge, die mir zuvor weniger bewusst waren. Die Komplexität der Langzeitpflege nehme ich heute deutlich stärker wahr und schätze den interdisziplinären Austausch mehr denn je.
Empfinden Sie heute einen stärkeren Sinn und eine größere persönliche Erfüllung in Ihrer Arbeit dank dieser Weiterbildung? Wenn ja, wie zeigt sich das konkret?
Dank der Weiterbildung empfinde ich eine tiefere persönliche Erfüllung in meiner Arbeit. Ich fühle mich fachlich gefestigt und handlungskompetent, was mir im Berufsalltag Sicherheit und Zufriedenheit gibt. Ich treffe Entscheidungen mit mehr Ruhe und Überzeugung, übernehme Verantwortung bewusster und kann Bewohnende sowie Mitarbeitende gezielter begleiten. Besonders spürbar ist dies darin, dass ich herausfordernden Situationen gelassener begegne, aktiv an Lösungen mitarbeite und meine Rolle im Team klarer und selbstbewusster wahrnehme.
Welche Kompetenzen haben Sie entwickelt oder gestärkt?
Ich konnte meine fachlichen und methodischen Kompetenzen deutlich stärken. Gleichzeitig haben sich meine organisatorischen Fähigkeiten, meine Selbstorganisation sowie meine Kommunikations- und Führungskompetenzen weiterentwickelt. Der respektvolle und professionelle Umgang mit psychisch belastenden und herausfordernden Situationen ist für mich heute noch selbstverständlicher geworden.
Welche Pläne oder Wünsche haben Sie für die Zukunft?
Für meine Zukunft wünsche ich mir, dass in der Weiterbildung erworbene Wissen mit Herz und Überzeugung in meinen Berufsalltag einbringen zu können. Diese Weiterbildung empfehle ich aus voller Überzeugung weiter. Ich möchte mich weiterhin fachlich sowie in Richtung einer leitenden Funktion entwickeln, Verantwortung übernehmen und Lernende sowie Mitarbeitende auf ihrem Weg begleiten und fördern. Mein grösstes Anliegen bleibt es, die Pflegequalität kontinuierlich zu verbessern und den Bewohnenden eine würdevolle, individuelle und lebenswerte Begleitung zu ermöglichen.